Andere Intoleranzen und Allergien


Neben Zöliakie und Glutensensitivität gibt es noch andere Intoleranzen und Allergien. Auf eben diese möchte ich auch kurz eingehen, quasi im Sinne eines "Who is Who".

 

Laktoseintoleranz

Milch und Milchprodukte enthalten meist Laktose, also Milchzucker. Dieser ist ein Zweifachzucker, der durch ein körpereigenes Enzym - Lactase - zerlegt werden muss, damit er richtig aufgenommen werden kann. Produziert der Körper aber nicht oder nicht genügend Lactase (die Lactaseproduktion wird mit dem Alter geringer), so gelangt die Laktose unverdaut in den Dickdarm und löst dort Bauchschmerzen, Blähungen oder Durchfall aus.

Eine Laktoseintoleranz bedeutet jedoch nicht, dass man auf Milchprodukte verzichten muss.

So gibt es etwa einige Milchprodukte, die von Natur aus laktosefrei sind. Dies ist vor allem Hartkäse, da bei der Reifung des Käses der Milchzucker abgebaut wird. Ist man sich unsicher, ob ein Käse laktosefrei ist oder nicht, kann man auf zwei Dinge achten:
1.) Steht "laktosefrei" drauf?
2.) Wie hoch ist der Kohlehydratgehalt? Denn liegt dieser unter 0.1g pro 100g ist dieser Käse laktosefrei (dann Milchzucker ist ja auch nur ein Zucker und somit ein Kohlehydrat - sind also quasi keine Kohlehydrate im Käse vorhanden, ist dieser laktosefrei).

Weiters gibt es einige Milchprodukte mit einem niedrigen Gehalt an Milchzucker, wie Butter und Weichkäse. Konsumiert man diese in nicht allzu grossen Mengen, so verträgt man sie zumeist auch problemlos.

Joghurt wird häufig auch gut vertragen, da die Bakterien einen Teil der Laktose abbauen. Dasselbe ist bei Sauermilch der Fall.

Und natürlich gibt es mittlerweile ein grosses Sortiment an laktosefreien Produkten, bei welchen der Milchzucker schon gespalten bzw denen Lactase zugesetzt wurde, sodass sie gut vertragen werden.

Vorsicht ist jedoch bei Produkten geboten, bei denen man es nicht gleich vermuten würde, dass sie Laktose enthalten. Dazu zählen etwa Wurst- und Fleischwaren, Gewürzmischungen, Fertigsuppen und andere Fertiggerichte.

Formen von Laktoseintoleranz, bei denen gänzlich auf laktosehaltige Produkte verzichtet werden muss, sind selten. Generell wird empfohlen, bei einer im Laufe der Jahre "erworbenen" Lactoseintoleranz nach deren Diagnose erst einmal eine etwa 6-wöchige laktosefreie Diät zu halten und dann geringe Mengen an laktosehaltigen Produkten wieder in den Speiseplan zu inkludieren, um eine gewisse Toleranzgrenze aufrecht zu erhalten.

 

Histaminintoleranz

Was genau bei einer Histaminintoleranz im Körper passiert, weiss man noch nicht 100%ig. Fest steht aber, dass mehr Histamin vorhanden ist, als abgebaut werden kann.

Auch die Symptome nach dem Verzehr histaminreicher Speisen sind sehr unterschiedlich und reichen von Schwindel und Kopfschmerzen über Juckreiz hin zu Verdauungsproblemen.

Nach der Diagnose "Histaminintoleranz" sollte einige Wochen eine sehr histaminarme Diät eingehalten werden. Erst danach kann man die individuelle Verträglichkeit austesten.

Prinzipiell gilt, dass Lebensmittel im Laufe der Lagerung und ihrer Reifung einen immer höheren Histamingehalt aufweisen. Eben daher sollten Nahrungsmittel möglichst frisch gegessen werden. Besondere Vorsicht ist etwa bei Rotwein, Hartkäse, geräucherten oder marinierten Fisch- und Fleischprodukten, diversen Saucen, Sauerkraut sowie Schwarztee an den Tag zu legen.

 

Fruktosemalabsorption

Bei einer Fruktosemalabsorption funktionieren die Transportmechanismen im Dünndarm nur eingeschränkt, was zur Folge hat, dass dieser nicht vollständig ins Blut aufgenommen werden kann und somit im Darm zurückbleibt. Dort wird er dann von Bakterien zersetzt - was zu Beschwerden wie Blähungen, Übelkeit etc führen kann.

Nach der Diagnose, die (wie eine Laktoseintoleranz) durch einen Atemtest gestellt wird, empfiehlt es sich, etwa 2-3 Wochen die Aufnahme von Fruktose auf ein absolutes Minimum zu beschränken. Danach kann man durch Probieren seine individuelle Toleranzgrenze herausfinden. Denn eine Fruktosemalabsorption bedeutet nicht, dass man sich ein Leben lang Fruktosefrei ernähren sollte.

Auch Früchte sind weiterhin möglich. Denn während Äpfel, Kirschen, Birnen und Trauben viel Fruktose enthalten, sind Früchte wie Honigmelonen, diverse Steinfrüchte und Erdbeeren relativ fruktosearm. Vorsicht ist jedoch wieder bei Fertigprodukten geboten - manchen wird Fruchtzucker zugesetzt. Diese sollten dann natürlich gemieden oder nur eingeschränkt konsumiert werden.

Bei einer Fruktosemalabsorption empfiehlt es sich zudem, fruktosehaltige Produkte entweder gemeinsam mit Traubenzucker oder mit etwas Fett- oder Proteinhaltigem zu konsumieren. In dieser Kombination kann der Darm den Fruchtzucker besser aufnehmen und es kommt zu geringeren oder gar keinen Problemen.

 

Nahrungsmittelallergien

Eine Allergie ist quasi eine Überreaktion unseres Immunsystems. Hierbei bildet der Körper gegen tierische oder pflanzliche Eiweisse, die eigentlich ganz harmlose Stoffe sind.

Momentan sind so um die 120 Lebensmittel bekannt, die allergische Reaktionen hervorrufen können. Wie diese aussehen, ist sehr unterschiedlich. Juckreiz, Schwellungen oder Rötungen, Probleme im Magen-Darm-Bereich, aber auch Atemprobleme können auftreten. Die Reaktionen können aber auch so schwer sein, dass sie lebensgefährlich werden. Bei so einer Reaktion, einem anaphylaktischen Schock, kommt es zum Kollaps.  Personen, die von solch einer Allergie betroffen sind und von ihr wissen, sollten immer ein Notfallset mit Adrenalin-Fertigspritzen mit sich haben.

Vermutet man, unter einer Nahrungsmittelallergie zu leiden, so sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen. Dieser kann über einen Hauttest (Allergenlösungen werden auf die Haut geträufelt, die Haut wird leicht angeritzt und man sieht anhand einer Hautreaktion, ob eine Allergie vorliegt oder nicht), einen Bluttest (Untersuchung einer Blutprobe auf bestimmte Antikörper) oder einen Provokationstest (Konsum eines bestimmten Lebensmittels, das im Verdacht steht, eine Allergie auszulösen, unter ärztlicher Aufsicht) eine Diagnose stellen und einen dann weiter beraten.

Neben "klassischen" Nahrungsmittelallergien gibt es auch Kreuzallergien. Bei denen liegt keien primäre Allergie gegen ein Nahrungsmittel vor, sondern eine Allergie gegen Pollen und Latex. Doch da gewise Substanzen in manchen Nahrungsmitteln denen in Pollen ähnlich sind, zeigt sich eine allergische Reaktion. Ein häufiger Fall ist, dass viele Birkenpollenallergiker auf Äpfel allergisch reagieren, da im Apfel Strukturen vorkommen, die denen des Birkenpollenallergens sehr ähnlich sind. Auch wenn diese Kreuzallergien unangenehm sind, so beschränken sich die Symptome meistens auf Reaktionen im Mundraum wie Ruckreiz oder Schwellungen, wohingegen lebensbedrohliche Reaktionen sehr, sehr selten sind.