Gesetzliche Grundlagen

Netterweise kümmert sich auch das Gesetz um unseren Schutz. So ist vorgeschrieben, dass die wichtigsten allergenen Zutaten immer deklariert werden müssen. Und zu denen zählt auch Gluten. Somit kann sich Gluten nicht irgendwo verstecken, sondern muss auf der Zutatenliste angeführt werden.

So einfach es klingt, ist es aber leider nicht, da „Gluten“ an sich ja keine Zutat ist, sondern jeweils nur glutenhaltige Getreide. Und eben diese werden deklariert. Damit man sie aber nicht so einfach übersehen kann, ist seit Anfang 2016 vorgeschrieben, dass sie besonders hervorgehoben werden müssen (zB durch Fettdruck oder GROSSBUCHSTABEN).

Auch gibt das Gesetz eine Definition von „glutenfrei“. Und zwar gilt ein Produkt als „glutenfrei“, wenn es einen Glutengehalt von höchstens 20mg/kg aufweist. Wenn Hafer in einem glutenfreien Produkt enthalten ist, darf auch dieser nicht mehr als 20mg/kg Glutengehalt haben und so hergestellt worden sein, dass eine Kontamination durch glutenhaltige Getreide ausgeschlossen werden kann.

Und dann schreibt der Gesetzgeber auch noch vor, wann Produkte, die eigentlich keine glutenhaltigen Zutaten enthalten, mit dem Hinweis, dass Gluten bzw. Spuren von Gluten enthalten sein können, versehen werden müssen.. Das ist nämlich immer dann der Fall, falls der Glutengehalt 200mg/kg übersteigen könnte. Gleichzeitig muss der Hersteller belegen können, dass er alle möglichen und zumutbaren Massnahmen ergriffen hat, um unbeabsichtigte Kontaminationen zu vermeiden.

Doch auch da gibt es noch etwas Interessantes: Auf Werte unter 200mg/kg darf mit demselben Wortlaut hingewiesen werden. Somit ist es für uns als Verbraucher letztendlich nicht ersichtlich, ob dieser Hinweis obligatorisch oder freiwillig erfolgt.

Prinzipiell kann ich auch hier nur von meiner Erfahrung sprechen und keine allgemein gültigen Weisheiten verbreiten. Ich habe festgestellt, dass sämtliche Getreideprodukte mit „Spuren von Gluten“ eher als heikel angesehen werden müssen – schliesslich werden die an derselben Mühle wie glutenhaltige Produkte verarbeitet und eine ganze Mühle wäscht man selten. Bei anderen Produkten, bei denen man annehmen kann, dass die Fabrikationsanlage nach den jeweiligen Prozessen immer gut gewaschen wird (zB Schokolade), ist davon auszugehen, dass es sich um einen freiwilligen Hinweis handelt. Gewissheit bringt jedoch letztendlich nur ein Probieren.

Doch auch wenn die "Spuren von Gluten" ein wenig Verwirrung mit sich bringen - auf uns wird eigentlich sehr gut geschaut und durch die aktuelle Kennzeichnungspflicht ist ein Einkauf schon deutlich leichter, als er früher einmal war.