Wie man Zölis eine Freude macht


Okay, dieser Artikel gilt nicht nur für Zöliakie-Betroffene, sondern alle Personen, die Gluten meiden müssen. Und ist auch gut adaptierbar auf Leute, die andere Lebensmittel allergie- oder krankheitsbedingt meiden müssen. Es geht nämlich darum, wie man Intoleranten/Allergikern/Zölis eine Freude mache kann.

Klar ist dieser Artikel subjektiv gefärbt, da ich vor allem schildere, wie man mir eine Freude machen kann (daher auch in der ich-Form geschrieben). Doch ich habe erlebt, dass viele andere auch so denken, so fühlen bzw dass ich ihnen eben mit genau diesem Verhalten eine Freude machen konnte. Daher vermute ich, dass sich ein Ausprobieren der folgenden Tipps nicht nur bei mir, sondern im Generellen lohnt:

1.) Fragt mich
Fragt nach, wenn ihr etwas wissen woll. Und vor allem: Fragt und kommentiert nicht. Kein "Ah, hab ich schon gehört und weiss alles darüber" (ausser das ist wirklich der Fall), schon gar kein "Ja, das ist jetzt Trend" und noch weniger ein "Oh mein Gott, wie schrecklich!". Wenn es Euch interessiert, dann zeigt Interesse. Wenn es Euch nicht interessiert, braucht ihr kein Interesse heucheln - erkundigt Euch in diesem Fall nur, was das für den Moment bedeutet (zB wo wir jetzt essen gehen können etc.). Aber eben - fragt.

2.) Schweigen ist Gold
Ich lege manchmal für andere Leute merkwürdiges Verhalten an den Tag. Frage im Restaurant mehrmals nach, ob das bestellte glutenfreie Essen auch wirklich glutenfrei ist. Oder verfalle in Panik, wenn mein glutenfreies Glace mit einer Waffel auf dieser serviert wird - und erkläre dann dem Servicepersonal, dass ich die nicht einfach entfernen kann, sondern gerne ein neues Glace hätte. Bitte - kommentiert dies nicht irgendwie, sondern schweigt einfach. Das macht es so viel einfacher für mich. Denn meistens fühle ich uns schon merkwürdig oder panisch genug.

3.) Denkt an mich
Auch wenn ich gerne ganz normal wäre, ich bin eben doch essensmässig Ausnahmen. Daher bitte, denkt an mich, wenn ihr irgendwelche Events organisiert und mich zu diesen einladet. Denkt an mich, indem ihr etwa eine kleine Packung glutenfreie Chips nicht öffnet und in Schüsseln leert, wenn es ein Buffet gibt, sondern sie mir extra in die Hand drückt (ich liebe original verpackte Lebensmittel). Und wenn ihr mir nahe steht, dann denkt doch an mich, wenn ihr im Urlaub irgendwo ein glutenfreies Produkt seht, das lecker aussieht. Über so kleine unerwartete Geschenke freue ich mich einfach riesig.

4.) Bezieht mich mit ein
Manchmal will ich nur eines - mich normal fühlen. Also bitte, gebt uns zeitweise genau dieses Gefühl. Ihr könnt dies etwa erreichen, indem ihr einfach mir die Restaurantwahl überlässt - aber ohne den Kommentar "denn dann kannst du sicher was essen". Oder mich fragt, ob wir nicht etwas zum Kaffee mitbringen will, aber eben für alle. Habt vielleicht "zufällig" glutenfreie Schokolade bei Euch, die ihr mit mir teilt. Was auch immer - einfach etwas, das mir das Gefühl gibt, in die Runde zu gehören und nicht nur alles zu beobachten, aber aussen zu stehen.

5.) Behandelt mich nicht anders
Ich darf zwar jetzt nichts Glutenhaltiges mehr essen, aber sonst bin ich immer noch ich. Also bitte, reduziert mich nicht auf "die Glutenintolerante". Das ist ein kleiner Bruchteil von mir (auch wenn er bei sozialen Events manchmal stark auffällt). Aber redet doch auch über andere Themen mit mir und reduziert mich nicht auf meine Ernährungsweise. Es ist eigentlich unnötig zu sagen, aber Mitleid ist auch fehl am Platz. Und glaubt schon gar nicht, dass ich jetzt deshalb zum Gesundheitsapostel geworden bin. Sondern bin weiterhin einfach ich.