Leibacher Biber-Manufaktur

Lebt man in der Schweiz, dann gehören "Biber" einfach zur kühlen Jahreszeit und vor allem zu Weihnachten dazu. Keine Sorge, damit sind nicht die munteren Tierchen gemeint, die gerne Dämme bauen, sondern eine Lebkuchenspezialität aus dem Appenzell oder St. Gallen, die häufig mit Mandeln gefüllt ist. Ob zum Frühstück oder als kleines Snack, sie ist weit verbreitet und beliebt. Doch wie die Beschreibung schon vermuten lässt, ein Biber ist leider nicht glutenfrei.

 

Claudio und Silvan Leibacher (Copyright Leibacher Biber-Manufaktur)
Claudio und Silvan Leibacher (Copyright Leibacher Biber-Manufaktur)

Das habe ich auch immer bedauert, wenn ich die Biber der Leibacher Biber-Manufaktur betrachtet habe. Denn ich wusste noch aus der Zeit vor meiner Diagnose, dass diese einfach unglaublich fein waren. Kein Wunder, stammen die doch aus einer kleinen Manufaktur, wo Handwerk grossgeschrieben wird. Ausgehend von einer Bibermodel-Sammlung entstand bei Claudio Leibacher der Traum, seine eigenen Biber herzustellen. Und zwar wirklich die eigenen - von der Holzform, mit der sie geprägt werden, bis hin zum Lebkuchen sowie der Mandelfüllung.

 

Obwohl er schon sein Geschichtsstudium abgeschlossen hatte, entschied sich Claudio Leibacher nach Praktika in Bäckereien sowie Holzbildhauern dazu, eine Berufslehre als Bäcker-Konditor zu machen. Mit Hilfe seines Bruders, der sich um die Bereiche Marketing und Verkauf kümmerte, arbeitete man am Vertrieb der so entstandenen Biberli. Zusammen waren sie ein unschlagbares Duo und schon bald kam man an einigen Orten in den Genuss dieser Spezialität.

 

Handarbeit - eine echte Manufaktur eben (Copyright Leibacher Biber-Manufaktur)
Handarbeit - eine echte Manufaktur eben (Copyright Leibacher Biber-Manufaktur)

Auch wenn ich die Biberli nicht mehr essen kann, so bewundere ich nach wie vor, wie toll hier zwei Handwerke verschmelzen - die Kunst des Schnitzens und des Lebzeltens. Galten beide eher als langweilig, so sind doch die Leibacher Biber der beste Gegenbeweis, dass dieses Vorurteil zu unrecht existiert.

 

Nachdem ich also nach meiner Zöliakie-Diagnose ein wenig neiderfüllt auf die Leute geblickt habe, die weiterhin diese Köstlichkeit aus Bio-Dinkelmehl, Zürcher Oberländer Waldhonig, Bio-Milch, einigen geheimen Zutaten und viel Leidenschaft erblickten, blicke ich heute wieder wohlig lächelnd auf diese. Warum? Weil es gibt ein glutenfreies Produkt im Leibacher-Sortiment! Dieses ist keine glutenfreie Biber-Variante, sondern vielmehr ein Bio-Baumnuss-Läckerli, welches glutenfrei, laktosefrei und vegan ist.

 

Fast zu schön zum Essen - aber nur fast ;) (Copyright Leibacher Biber-Manufaktur)
Fast zu schön zum Essen - aber nur fast ;) (Copyright Leibacher Biber-Manufaktur)

Ganz ehrlich - mich freut es, dass es kein echter Biber ist. Somit kann ich ihn nicht mit den glutenhaltigen Produkten vergleichen, sondern es ist für mich einfach ein total leckeres, unvergleichliches Bio-Baumnuss-Läckerli. Zwar nicht so geprägt wie die klassischen Biberli, dafür mit einer schön geprägten Vignette, die ihm mittig aufgesetzt wurde.

 

Gibt es also einmal wieder ein "Gehen wir doch in der Mittagspause in den Bioladen und holen uns etwas Feines", heisst das für mich nicht, dass ich nach irgendeiner Alternative in Form eines Paleo-Riegels oder glutenfreien Keksen suchen muss, sondern dass ich auch zu einem Leibacher-Produkt greifen und gemeinsam mit den anderen feines Kunsthandwerk in Form von Slowfood in Bioqualität geniessen kann.


Kennt ihr die Läckerli schon und mögt sie auch so gerne? Oder habt ihr Fragen bzw. irgendwelche Kommentare? Dann ist hier der richtige Ort dafür:

Kommentare: 1
  • #1

    Katja D. (Samstag, 24 November 2018 09:17)

    Die sehen echt fein aus - Danke für den Tipp!